13.07.2026 | Es reicht! - Breiter Protest gegen Sozialabbau in Bochum
Es reicht! - Breiter Protest gegen Sozialabbau in Bochum – Hunderte beteiligen sich an Aktionen
Bochum, 10.07.2026
Knapp 700 Menschen haben sich in auf dem Dr. Ruer-Platz in Bochum an einer Protestaktion gegen die geplanten Reformen und Kürzungen des Sozialstaates beteiligt. Die Kundgebung ist Teil einer landesweiten Reihe von Aktionen an insgesamt 14 Standorten in Nordrhein-Westfalen.
Die Teilnehmenden kritisierten laustark die politischen Pläne, bei Renten, Pflege, sozialen Leistungen zu sparen und Arbeitnehmerrechte zu beschneiden. Diese Maßnahmen würden vor allem diejenigen treffen, die bereits jetzt unter steigenden Preisen und wachsender Unsicherheit leiden.
In verschiedenen Redebeiträgen wurde deutlich gemacht, dass die geplanten Einschnitte eklatante Folgen für Millionen Menschen hätten:
So sei die geplante Abschaffung der Rente nach 45 Beitragsjahren ein Schlag ins Gesicht für all jene, die über Jahrzehnte hinweg täglich hart gearbeitet haben.
Dirk Stahlschmidt: "Wer 45 Jahre lang verlässlich gearbeitet und in das System eingezahlt hat, hat sich Respekt und Anerkennung verdient – keine Kürzungen oder weiteren Belastungen. Zudem stehe auch die Altersteilzeit auf dem Spiel. Wer das bewährte Blockmodell abschaffen will, nimmt Beschäftigten eine der letzten verlässlichen Brücken in den Ruhestand. Gerade in Zeiten von wirtschaftlichem Umbruch und wachsender Unsicherheit gilt: Wir brauchen mehr Schutz, mehr Planbarkeit und mehr soziale Verlässlichkeit – nicht weniger.“
Besonders scharf wurde kritisiert, dass all diese Maßnahmen als „notwendig“ dargestellt werden, obwohl gleichzeitig immense Vermögen in Deutschland konzentriert sind. Während große Vermögen weiter wachsen, werde die Finanzierung des Gemeinwesens zunehmend auf Beschäftigte und sozial Schwächere verlagert.
Ulrike Hölter: "Der Rotstift wird bei denen angesetzt, die ohnehin schon jeden Euro umdrehen müssen, während große Vermögen unangetastet bleiben. Hier gibt es eine grundlegende Schieflage bei den politischen Prioritäten. Nicht fehlende Mittel sind das Problem, sondern deren Verteilung. Diese Ungerechtigkeit zahlt auf den Deckel von Populisten.“
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer fordern eine klare Kehrtwende in der Sozialpolitik: Statt Kürzungen verlangen sie eine konsequente Stärkung der Renten-, Pflege- und Gesundheitssysteme, um Sicherheit und Würde für alle Menschen zu gewährleisten. Gleichzeitig sprachen sie sich entschieden für den Erhalt von Arbeitnehmerrechten und bestehenden Schutzstandards aus, da diese unverzichtbare Grundlage guter Arbeitsbedingungen sind. Darüber hinaus steht die spürbare Entlastung von Beschäftigten und kleinen Einkommen im Mittelpunkt, die angesichts steigender Lebenshaltungskosten zunehmend unter Druck geraten. Um den Sozialstaat nachhaltig zu finanzieren, fordern die Teilnehmenden zudem eine stärkere Besteuerung großer Vermögen und hoher Kapitalerträge. Ergänzt wird dies durch die Forderung nach einem deutlichen Ausbau der sozialen Infrastruktur und öffentlicher Dienstleistungen, damit Teilhabe, Versorgung und gesellschaftlicher Zusammenhalt langfristig gesichert bleiben.
Weitere Infos, Bilder und die Reden findet ihr auf Bochum alternativ:
Ruhrpottrebellion in Bochum – Bewegung in Bochum
Eure IG Metall Ruhrgebiet Mitte