04.10.2023 | Über 8.000 Unternehmen gelten deutschlandweit als energieintensive Betriebe, viele davon in NRW. Die derzeitigen Energiepreise treffen diese Betriebe mit voller Wucht und bedrohen nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit, sondern langfristig sogar deren Fortbestand und somit viele Arbeitsplätze.
Darüber hinaus gefährden die hohen Energiekosten die Möglichkeit in die grüne Transformation zu investieren. Doch gerade die grüne Transformation ist notwendiger denn je. Die IG Metall steht zu den vereinbarten Klimazielen und dazu, dass insbesondere die energieintensive Industrie ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten muss. Allerdings muss sie auch die Möglichkeit dazu bekommen. Daher wird ein Brückenstrompreis benötigt.
Damit der Industriestandort Deutschland wettbewerbsfähig bleibt, benötigen die Unternehmen und ihre Beschäftigten einen Brückenstrompreis. Die IG Metall hat daher zur betrieblichen Aktionswoche im Zeitraum vom 25. bis 29. September 2023 aufgerufen.
Im Bereich der IG Metall Geschäftsstelle Ruhrgebiet Mitte beteiligten sich unter anderem die Betriebe der thyssenkrupp Steel Europe AG sowie der Gebr. Eickhoff Maschinenfabrik und Eisengießerei GmbH in Bochum.
„Wir dürfen die energieintensive Industrie in Deutschland nicht aufgeben. Sie gibt uns in Nordrhein-Westfalen und in Bochum gute Arbeit, mit guten Löhnen und sie sorgen somit für soziale und wirtschaftliche Sicherheit“, so Volker Naurath, Betriebsratsvorsitzender der Gebr. Eickhoff Maschinenfabrik und Eisengießerei GmbH in Bochum.
Engin Karakurt, Betriebsratsvorsitzender der thyssenkrupp Steel Europe AG Werk Bochum: „Wir brauchen einen Brückenstrompreis, der die Lücke schließt, bis eine klimaneutrale Stromerzeugung für wettbewerbsfähige Preise sorgt. Nicht nur in den Betrieben der Eisen- und Stahlindustrie, sondern auch in vielen anderen energieintensiven Betrieben“.
„Die Politik muss nun beherzt und zügig Entscheidungen fällen, für die Einführung eines zeitlich begrenzten Brückenstrompreises. Dafür stehen wir gemeinsam ein, mit der Belegschaft, dem Vorstand und der IG Metall“, so Dirk Stahlschmidt, Betriebsratsvorsitzender der thyssenkrupp Steel Europe AG Werk Bochum NO.
„Wir wollen, dass die deutsche Industrie klimafreundlich wird. Wir wollen die Energie- und Mobilitätswende. Dafür benötigen wir den Brückenstrompreis. Und das lieber heute als morgen. Denn die derzeitigen Energiepreise verzögern wichtige Investitionsentscheidungen für die grüne Transformation. Damit bedrohen die hohen Kosten und die zurückgehaltenen Investitionen unsere Arbeitsplätze, unsere Unternehmen und unseren Industriestandort Deutschland. Die Politik muss jetzt handeln und nicht länger debattieren, wir verlieren wichtige Zeit“, Ulrike Hölter, 1. Bevollmächtigte der IG Metall Geschäftsstelle Ruhrgebiet Mitte.