25.06.2026 | Die IG Metall Ruhrgebiet Mitte kritisiert die jüngst vorgelegten Vorschläge der Rentenkommission scharf. Aus Sicht der Gewerkschaft drohen massive Verschlechterungen für Beschäftigte ihrer Branchen, insbesondere durch eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters und vor allem der Entfall der vorzeitigen abschlagsfreien Rente nach 45 Beschäftigtenjahren erhitzen die Gemüter.
Die Rentenkommission stellt in Aussicht, dass die Rente mindestens 70 Prozent des letzten Nettoeinkommens erreichen soll. Nicht deutlich gemacht wird jedoch, dass die gesetzliche Rente langfristig sinken soll und dieses Niveau nur erreichbar ist, wenn zusätzlich privat, betrieblich und in kapitalgedeckte Modelle eingezahlt wird.
„Die Vorschläge der Rentenkommission gehen an der Realität der Beschäftigten vorbei“, erklärt Ulrike Hölter, Geschäftsführerin der IG Metall Ruhrgebiet Mitte. „Wer jahrzehntelang im Schichtbetrieb, in der Produktion oder im Handwerk gearbeitet hat, kann nicht einfach immer länger arbeiten. Statt Sicherheit wird Unsicherheit organisiert.“ Auch in den Büros wachse zunehmend der Druck. „Die Belastungen durch ständig steigende Anforderungen werden immer stärker. Längst sind psychische Erkrankungen oder gar Burnout kein exotischer Begriff für ein Szenario einer möglichen Zukunft mehr, sondern knallharte Realität vieler Menschen.“
Die IG Metall fordert einen Kurswechsel in der Politik angesichts dieser Entwicklungen. „Die Stimmen in den Betrieben werden täglich mehr und immer lauter, die uns auffordern aktiv zu werden“, so Hölter. „Fast jede Woche werden neue Reformvorschläge diskutiert, die bei vielen Beschäftigten für wachsende Unsicherheit sorgen. Wir sagen deshalb: Schluss damit! Und rufen auf, die Stimme zu erheben.“
Unter dem Motto „Ruhrpott Rebellion“ ruft die IG Metall gemeinsam mit allen DGB-Gewerkschaften, betrieblichen Initiativen und Bündnispartnern zur Teilnahme an Protestaktionen auf.
Bereits jetzt sind unter anderem Demonstrationen am 10. Juli 2026 ab 17:00 Uhr in Bochum und am 11. Juli 2026 ab 10:00 Uhr in Dortmund geplant.
„Die Menschen im Ruhrgebiet lassen sich diese Angriffe auf ihre Lebensleistung nicht gefallen. Auch in weiteren Städten im Ruhrgebiet wird es Protestaktionen geben“, so Hölter weiter.
Weitere Informationen hierzu sind unter ruhrpottrebellion.org zu bekommen.