07.07.2026 | Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), die IG Metall und ver.di rufen für den 11. Juli 2026 zur Demonstration „Ruhrpott Rebellion“ in Dortmund auf. Sie kritisieren die geplanten Reformen der Bundesregierung in den Bereichen Rente, Gesundheit und Arbeitsmarkt. Aus ihrer Sicht drohen Kürzungen zulasten der Beschäftigten. Deshalb fordern sie eine breitere Finanzierung des Sozialstaats und wollen ein Zeichen für Solidarität setzen.
Ulrike Hölter, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Ruhrgebiet Mitte, beschreibt die aktuelle Lage als politisch turbulent. Beschäftigte würden zunehmend als zu krank, zu faul und zu teuer dargestellt, obwohl sie unter schwieriger werdenden Bedingungen täglich Leistung erbringen.
Ein zentraler Streitpunkt ist die Rentenpolitik. Die Gewerkschaften lehnen eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters und das geplante Ende des Blockmodells in der Altersteilzeit ab. Gerade für Beschäftigte in körperlich belastenden Berufen sei ein Arbeiten bis ins hohe Alter kaum möglich. Auch die Abschaffung der „Rente mit 63“ nach 45 Versicherungsjahren wird kritisiert.
Kritik gibt es außerdem an Plänen zur Ausweitung befristeter Arbeitsverhältnisse. Laut DGB erschweren solche Verträge besonders jungen Menschen die Lebensplanung, etwa bei Familiengründung, Wohnungssuche oder Kreditaufnahme.
Auch die Reformen im Gesundheitswesen stoßen auf Widerstand. Pamela Strutz von ver.di Westfalen sieht die Beschäftigten in Krankenhäusern bereits an ihrer Belastungsgrenze. Einsparungen und Regelungen wie die Pflicht zur Krankschreibung ab dem ersten Tag oder das Ende der telefonischen Krankschreibung würden die Situation weiter verschärfen und Misstrauen gegenüber Beschäftigten ausdrücken.
Hohe Krankenstände seien oft Folge steigender Arbeitsbelastung, etwa im Schichtdienst.
Die Gewerkschaften betonen, dass notwendige Reformen nicht allein über Kürzungen gelöst werden können. Stattdessen müsse die Einnahmeseite gestärkt werden, etwa durch höhere Besteuerung großer Vermögen, hoher Erbschaften und von Übergewinnen. Zudem fordern sie eine breitere Finanzierung der Sozialversicherungen, an der sich möglichst alle Berufsgruppen beteiligen.
Die Demonstration startet am 11. Juli um 10 Uhr vor dem Deutschen Fußballmuseum. Der Zug führt über den Wall, durch Brüderweg und Kampstraße zurück zum Ausgangspunkt. Moderiert wird die Veranstaltung von Martin Kaysh. Für Musik sorgt die Dortmunder Bläserband „Schwarz/Rot Atemgold 09“.