18.09.2025 | Am 03.09.25 fand unsere Debatte unter dem Namen "Frieden schaffen ohne Waffen? - Wir stellen uns der Debatte!" statt. An diesem Abend fanden wir uns in unserem Büro zusammen und hatten ein ausgiebiges Gespräch über aktuelle Dinge zum Thema Krieg die uns beschäftigen.
Egal ob Milliarden für die Bundeswehr, der Genozid in Gaza oder wachsende Unsicherheit unter jungen Menschen wegen einer möglichen Wehrpflicht – es lässt einen mit einem großen Fragezeichen zurück. Funktioniert Diplomatie überhaupt noch, oder warum reden wir nur über Waffen? Kann man Krieg mit Krieg bekämpfen? Klar ist: Wir haben Redebedarf – und das zurecht!
Der ursprüngliche Slogan lautete „Wir stellen uns der Debatte.“ – inzwischen können wir sagen: Das haben wir getan. Am 03.09.25 haben wir uns zusammengefunden, um über Krieg, Aufrüstung, militärische Unterstützung und Frieden zu sprechen. Uns war wichtig, den Diskurs offen zu halten und möglichst viele Perspektiven einzubeziehen.
Schon im Vorfeld haben wir – Uli, Marc, Michael und ich – uns zu viert getroffen. Dabei ging es um unsere eigenen Haltungen und aktuelle Themen wie die Wehrpflicht. Gemeinsam haben wir Fragen entwickelt, die uns selbst zum Nachdenken gebracht haben. Und das war völlig in Ordnung, denn uns war von Anfang an klar: Wir haben die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen. Wir wollten keine fertigen Antworten liefern, sondern zeigen, dass es Raum für Unsicherheit und Austausch geben muss. Auch wenn man sich mit Konflikten wie dem zwischen Russland und der Ukraine etwas auskennt, gibt es keine einfache, „richtige“ Lösung.
Unsere Gruppe bestand aus 16 Leuten – allein darüber haben wir uns schon total gefreut. Wir sind mit einer entspannten Vorstellungsrunde gestartet, bei der sich jede*r kurz vorgestellt und erzählt hat, warum er oder sie dabei ist. Dabei kamen direkt viele Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede zum Vorschein. Uns war es wichtig, dass alle von Anfang an die Möglichkeit hatten, sich individuell einzubringen und etwas zum Thema beizusteuern. Uli startete zuletzt und erklärte allen Teilnehmer:innen das Plenum für den Tag.
Aufgestellt haben wir drei Wände kreuz und quer in unserem Büro. Eine vierte gab es auch, welche allerdings erst versteckt wurde, um sie für das Ende aufzubewahren. Auf jeder Wand stand eine Frage zu einem bestimmten Thema:
Thema: militärische Unterstützung
Thema: Frieden sichern
2. Ist Aufrüstung mit dem Ziel einer friedlichen Welt vereinbar?
Thema: Balance finden
3. Wie kann man zwischen dem Recht auf Selbstverteidigung und dem Streben nach Frieden vermitteln?
Dafür haben wir uns in kleine Grüppchen aufgeteilt, die komplett randomisiert wurden. Wir haben dann alle eine Wand zugeteilt bekommen und uns dorthin bewegt. Bei den Fragen kamen viele ins Stocken – auf der Suche nach der „korrekten“ Lösung. Meist wurde sich erst über die Frage ausgetauscht und auch schon debattiert, da es immer wieder zu Meinungsunterschieden kam. Geplant waren zehn Minuten pro Wand, in der ersten Runde wurden es aber ein bisschen mehr, da der Start uns viel mehr ins Überlegen brachte als erwartet. Danach ging es weiter zur nächsten Wand.
Überlegen, debattieren, überlegen, Zettel nehmen, überlegen, schreiben und schlussendlich seinen Zettel an die Wand heften. Das Thema ist komplex, das wissen wir alle ganz genau – deshalb war es auch nicht so leicht, sich den perfekten Satz für seinen Zettel auszusuchen. Es gibt aber natürlich kein richtig oder falsch, letztendlich gab es eine große Varietät von Antworten auf den jeweiligen Wänden.
Nach diesem Durchlauf haben wir uns alle wieder hingesetzt und gemeinsam die Wände mit allen Antworten betrachtet. Jede*r hatte die Möglichkeit, noch etwas dazu zu sagen oder einfach zuzuhören. Insgesamt sind wir oft auf denselben Nenner gekommen und konnten auch viel voneinander lernen.
Für die letzte Wand wurde es aber noch Zeit – zum Thema Gewerkschaft haben wir uns die Frage „Welche Rollen haben die Gewerkschaften? Wie können wir persönlich und individuell zu einer friedlichen Zukunft beitragen?“ ausgesucht. Wohlmöglich war dies mit die wichtigste Frage, immerhin hoffen wir ja alle auf eine friedliche Zukunft ohne Krieg und Sorgen. Doch nur durch Handeln und Sprechen können wir wirklich etwas bewirken. Sprechen und Aufklären ist dabei auch oft vorgekommen, aber auch eine Demonstration kann viel bewirken. Es gibt immer Möglichkeiten, sich zu organisieren oder aus Eigeninitiative zu handeln.
Wir sind unglaublich dankbar, dass dieser Abend so großartig gelaufen ist und ihr uns Feedback dazu geben konntet. Wir haben uns alle ein Stück vom anderen mitnehmen können! Da das Thema allerdings noch lange nicht Geschichte ist, wollen wir gerne noch eine (oder auch mehr) Veranstaltung planen. Voraussichtlich haben wir uns dafür den November vorgenommen. Dazu kommen bald noch mehr Informationen – also bleibt gespannt!
Ein großer Dank geht an alle Teilnehmer:innen, die sich an diesem Tag Zeit genommen haben, mit uns ins Gespräch zu gehen. Außerdem danken wir Uli Borchers, der unsere Geschäftsstelle mit großer Hilfe und Engagement bereichert und unterstützt.