24.03.2025 | Am Samstag, 22. März 2025, versammelten sich Vertreter von Herner Gewerkschaften und Verbänden zu einer Gedenkveranstaltung am Mahnmal für die Märzgefallenen auf dem Hauptfriedhof an der Wiescherstraße. Die IG Metall wurde durch Mitglieder der AGA Herne vertreten.
Zum Hintergrund: Wenige Monate nach ihrer Gründung wollten Teile der Wehrmacht die Demokratie in der Weimarer Republik zerschlagen. Reichswehrminister Gustav Noske löste nach den Vorgaben der allierten Siegermächte des 1. Weltkrieges am 29. Februar 1920 die Marinebrigade von Hermann Ehrhardt und das Freikorps Loewenfeld auf. Reichswehrgeneral von Lüttwitz widersetzte sich der Auflösung und besetzte am Morgen des 13. März mit der Marinebrigade Ehrhardt das Berliner Regierungsviertel. Als neuer Reichskanzler wurde der Reichstagsabgeordnete der Deutschnationalen Volkspartei Wolfgang Kapp zum Reichskanzler ernannt. Angestrebt wurde die Beseitigung der Regierung und die Zerschlagung der Republik.
Die Regierung musste aus Berlin fliehen, da die Reichswehr nicht bereit war, gegen die Putschisten militärisch vorzugehen. Am Nachmittag des 13. März riefen die Gewerkschaften zum Generalstreik gegen den Kapp-Putsch auf. In Herne, Wanne-Eickel und Bochum drehte sich kein Förderrad der Zechen mehr. Alle Betriebe und Verwaltungen standen still.
Der Generalstreik zeigte Wirkung: Der Putsch war nach vier Tagen beendet, die Reichswehr- und Freikorpseinheiten wurden zurückgeschlagen oder kapitulierten. Die demokratische Republik war durch den Widerstand der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung gerettet.
In einigen Regionen wurden die bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Militär und Arbeiterschaft allerdings fortgesetzt. In vielen Städten bildeten sich Arbeiterräte und bewaffnete Arbeiterwehren, die sich mit den äußerst brutal vorgehenden Soldaten erbitterte und opferreiche Kämpfe lieferten.
Nach Beendigung des Generalstreiks fielen viele Arbeiter und ihre Angehörigen dem Terror der Militaristen auch in Herne zum Opfer. Zu ihrem Andenken veranstaltet der DGB in jeden Jahr eine Gedenkveranstaltung am Mahnmal für die Märzgefallenen.
Der diesjährige Redner Norbert Arndt, Gewerkschaftssekretär i.R., ging nach einer kurzen geschichtlichen Betrachtung auf den Bezug der damaligen Vorgänge auf die heutige aktuelle politische und gesellschaftliche Lage in der Bundesrepublik ein. Er warnte angesichts von zunehmend autoritär agierenden Regierungschefs vor einer fortschreitenden Militarisierung in der Welt und mahnte zu Wachsamkeit und demokratischem Engagement, damit sich die Geschichte nicht wiederholt.
Das musikalische Rahmenprogramm gestaltete die Band Schwarz/Rot Atemgold 09 aus Dortmund
VB