12.09.2025 | Über 20 Kolleginnen und Kollegen, darunter auch Gäste aus dem Bereich der Gewerkschaft ver.di, konnte der AGA Vorstand Dortmund zu seiner Informationsveranstaltung am 8. September zum Thema „Zwangsarbeit in Dortmund“ begrüßen. Sehr lebendig, mit Erfahrungen aus der eigenen frühen Kindheit, berichtete Wilfried Stockhaus, ehemaliger Betriebsrat bei Hoesch, über die menschenverachtende Situation der Zwangsarbeiter, nicht nur in Dortmund, während des 2.Weltkrieges.
Leider hat es in der Vergangenheit nur ein wissenschaftliches Interesse an diesem Thema gegeben und der Bevölkerung ist vieles unbekannt.
Insgesamt gab es über 600 Lager in Dortmund, die über das gesamte Stadtgebiet verteilt waren und aus denen Arbeitskräfte für die Industrie, aber auch für das Handwerk, rekrutiert wurden.
Heute gibt es keine Erinnerung an diese Plätze, die im Laufe der Jahre nicht nur baulich verändert wurden. Auch wird zu selten daran erinnert, dass die Verantwortlichen in den unterschiedlichen Wirtschaftszweigen das grausame Nazi- System unterstützt haben und gerne auf diese Arbeiter zurückgriffen, um daraus Profit zu schlagen.
Auch bei den Zwangsarbeitern gab es zwei Klassen. Insbesondere die Menschen, überwiegend junge Männer, aus dem besetzten Teil des Ostens wurden noch unwürdiger behandelt als die Menschen aus dem westeuropäischen Einzugsbereich.
Vollkommen neu für die Anwesenden war der Hinweis auf den Gedenkstein für die Zwangsarbeiter an der Westfalenhalle, der sehr versteckt nur für Insider sichtbar ist.
Der AGA Ausschuss Dortmund will nach der Kommunalwahl auf die neugewählten Ratsvertreter und -vertreterinnen aller demokratischen Parteien zugehen, damit dieser Gedenkstein ein würdiges Umfeld erhält und alle an die unmenschlichen Taten der Nazis erinnert.
CW