24.07.2025 | Bei einer Hafenrundfahrt in Duisburg am 16. Juni 2025 erhielten die 34 Teilnehmer an der Bildungsfahrt außer Zahlen und Fakten Einblicke in die wechselhafte Geschichte des Ruhrorter Hafens. Zuvor waren bei einem Besuch im Deutschen Binnenschifffahrtsmuseum die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Binnenschiffer thematisiert worden
Das Gebäude der ehemaligen Ruhrorter Badeanstalt wurde 1980 nach seiner Restaurierung Sitz des Deutschen Binnenschifffahrtsmuseums. Ausgestellt werden Originale und Modelle von Schiffen, Dampfmaschinen und Arbeitsgeräten. Sie machen die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Binnenschiffer sichtbar: die engen räumlichen Verhältnisse, kaum eine Trennungsmöglichkeit von Arbeit und Freizeit und sehr eingeschränkte Formen des Privatlebens. Durch technische Entwicklungen und sozialen Fortschritt wird der Wandel des Berufsbildes des Binnenschiffers im Laufe der Zeit dargestellt.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen konnten die Eindrücke aus dem Museum mit Leben gefüllt werden. Während der zweistündigen Hafenrundfahrt konnte der Alltag des Hafenbetriebs betrachtet werden. Im Verlauf der Rundfahrt gab es auch Kaffee und Kuchen auf dem Schiff.
Der Schiffsführer informierte mit Zahlen und Fakten, lockerte seine Erklärungen aber auch mit Anekdoten aus dem Schifferleben auf. Seit dem Bestehen des Hafens 1716 befindet sich dieser in einem Dauerzustand der Transformation. Nach der Gründung der Schiffergilde war zunächst der Kohlehandel und -transport die Lebensgrundlage der Schiffer. Es folgten die Gründung von Werften und der Anschluss des Hafens an das Eisenbahnnetz. Im Zuge der Industrialisierung des Ruhrgebiets stieg der Bedarf an Rohstoffen stark an. Dazu kam der Abtransport der Fertigprodukte mit immer größer werdenden Schiffen, so dass der Hafen ständig ausgebaut werden musste. Nach dem Wegfall der Kohle als Hauptenergieträger und der Krise der deutschen Stahlindustrie wurden Öl, Rohstoffe und Schrott zu den bedeutendsten Handelsgütern. Heute präsentiert sich der Duisburger Hafen als Logistik-Drehscheibe für ganz Westeuropa. In riesigen Container-Terminals werden Waren aus aller Welt umgeschlagen und als Endpunkt der neuen Seidenstraße dient Duisburg als Tor von und zu den Märkten in Asien.
Nach der Ankunft in Herne konnten die Teilnehmer auf einen informativen und unterhaltsamen Tag zurückblicken.
VB